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Yamaha XT 600 (Julius)

Dienstag 11. September 2012, von Torsten

Vincent und Julius wollten eigentlich in den Semsterferien eine kleine Motorradtour durch Europa machen, also machte Julius die Fahrerlaubnis und kaufte sich eine Yamaha XT 600 (3tb) mit E-Starter. Sein neues Fahrzeug brachte er zur Durchsicht in eine Werkstatt in Berlin(Prenzlauer Berg); 500 Euro durfte er bezahlen für ein Kettenkit, neue Bremsbeläge und eine original Bremsleitung. Da es eine freie Marktwirtschaft gibt lässt sich lange über den Preis schreiben, nur die Arbeiten sollten dann korrekt durchgeführt werden, so wurde z.B. die Hinterradachse nicht gesichert und der Bremsflüssigkeitsstand war zu hoch, desweiteren stellte ich mir die Frage wieso wurde keine Stahlflexbremsleitung verbaut und wieso wurde die Verschaubung an der Bremsscheibe nicht ersetzt, denn die Schrauben waren zu lang und drückten gegen die Speichen?

Yamaha XT 600 E (3tb)

Dieses war allerdings erst der Anfang der Odyssee, denn die XT 600 E wollte nie so richtig starten, also brachte Julius sein Motorrad in eine andere Werkstatt in Berlin und zwar in Zehlendorf. Dort wurde auf Verdacht die Lichtmaschine und der Regler getauscht; da bei der XT 600 die Lichtmaschine im Motoröl läuft muss dieses auch dafür abgelassen werden und im Anschluss wieder aufgefüllt werden. Nach der scheinbaren Reparatur verlor die XT 600 Öl, also brachte Julius die XT erneut in diese Werkstatt zur Nachbesserung, denn das Motorrad war vorher frei von Ölverlusten. Nun wurde der Schlauch der Ölzufuhr abgeschnitten und wieder angebastelt durch eine Schlauchschelle. Das Motorrad ölte zwar weiterhin und anspringen wollte es immer noch nicht besser, dafür gab es aber eine Rechnung von 900 Euro.

An diese Stelle kam Vincent auf den Gedanken mir die XT 600 mal vorbei zubringen so das ich mir die Mängel mal anschauen könnte. Als erstes nahm ich mich des Ölverlustes an, das Getriebe leckte an vielen Stellen, die Lichtmaschinendichtung war von aussen anzusehen das diese gerissen war. Also raus mir dem Öl, 5 Liter Öl landeten im Auffangkanister, 2,7 Liter sind das Maximum; ergo wurde der Ölstand einfach mal aufgefüllt in der Werkstatt bis nichts mehr reinging; danach konnte der Lichtmaschinendeckel abgenommen werden, dabei kam zutage das die Dichtungen mindestens zweimal schon verbaut wurden. Die Dichtung vom E-Starter war in drei Teile gerissen und auf allen Dichtflächen waren Reste von alten Dichtungen zu finden. Nun alle Dichtflächen gesäubert und neue Dichtungen verbaut, die vorgeschriebene Ölmenge eingefüllt und siehe da das Motorrad ölte nicht mehr.

Nun ging es an den Fehler das die XT nicht richtig startet; sobald eine andere Batterie angeschlossen wurde bzw. ein Starthilfkabel genutzt wurde startete die XT sofort, also die Batterie durchgemessen und es war sichtbar das diese nicht geladen wird. Der Fehler war gefunden und nun konnte es daran gehen die Ursache zu finden, die Lima erzeugt pro Phase >20 Volt, der Lima-Stecker und die Kabel, sowie der Regler wurden heiss(das hätte auch in einem Kabelbrand enden können). Als nächstes wurde gemessen was am Regler ankommt, da war auch alles okay, nur am Reglerausgang(rotes Kabel) lag keine Spannung an, desweiteren war vom Regler nichts zur Masse zu messen. Der Fehler war nun gefunden.

Ursache der nicht startenden XT 600 war eine nicht geladene Batterie, veruracht durch fehlenden Kontakt des Reglers auf Masse und Plus.

Bei solchen Werkstattleistungen stelle ich mir die Frage ob die Ihren Beruf verfehlt haben oder dort nur Praktikanten am Werk sind; Teile auf Verdacht zu tauschen, es dem Kunden in Rechnung stellen und dann ein Fahrzeug übergeben wo der Fehler noch vorhanden ist bzw. wo weitere Mängel erzeugt wurden(zerschnittene Hauptölleitung, zu hoher Ölstand, Ölverlust). Durch etwas überlegen und messen der Spannungen wären die Materialkosten nicht zustande gekommen, und eine Lima sollte nur gemessen werden wenn diese vom Kabelbaum getrennt ist, dann gibt es auch korrekte Werte.

07.09.2012 Lichmaschinendichtungen ersetzt
08.09.2012 Kontakte gereinigt